Ortsansässige Soldatinnen, Soldaten und zivile Mitarbeiter/-innen der Bundeswehr,       sowie deren Familienangehörige in ehrenamtlichen Aufgaben

 


 

01.   Helmut Steinert

 

     Hauptmann a.D. Helmut Steinert

                                      Foto: privat (Steinert)

Geboren 1937 in Schlesien, kam Helmut Steinert als Heimatvertriebener nach Visselhövede und später als Bundeswehrsoldat im Sanitätsdienst nach Delmenhorst.
Seit dem Jahre 1966 hat sich Hauptmann a.D. Steinert an seinem Dienst- und Wohnort Delmenhorst durchgehend ehrenamtlichen Aufgaben gewidmet. 
Damit begann er bei der DLRG-Kreisgruppe, deren Technischer Leiter er bald wurde und bei der er als solcher bis 1986 verblieb. Seither ist er Ehrenvorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Delmenhorst.
Steinert gehörte 1968 zu den Gründern der Schülerrettungswache Delmenhorst, und er kümmerte sich bis 1983 um die Ausbildung für die Sicherheit der Lehrer bei der Schwimmausbildung. 
1991 half er bei der Eingliederung von Aussiedler-Kindern im Rahmen des Sportbundes im Schwimmen und Rettungsschwimmen.
Neben seinem Engagement bei der DLRG und in der Schwimmausbildung brachte er sich beim DRK-Kreisverband Delmenhorst ein, und wurde er 1974 Kreisbereitschaftsführer beim Aufbau der sanitätsdienstlichen Komponente des Katstrophenschutzes in Delmenhorst.
In 1987 übernahm er die Tätigkeit des Rot-Kreuz-Beauftragten und Fachberaters Sanitätsdienst der Stadt Delmenhorst im Katastrophenschutz-Stab.

Steinerts außergewöhnliche, ehrenamtliche Aktivitäten fanden angemessene Beachtung. Im Jahre 1986 wurde er dafür mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.
1972 war er der erste Soldat als Synodaler im Kirchenkreis Delmenhorst. Dort widmet er sich seither der Arbeit mit Senioren in der Kirchengemeine Heilig Geist.
Von 1979 bis 1984 engagierte er sich als nebenamtlicher Religionslehrer an der Hauptschule West/Realschule Holbeinstraße.
2002 übernahm er den 1. Vorsitz des Delmenhorster Heimatvereins, den er bis zum 4. Februar 2014 innehatte, um diesem Verein danach weiterhin als dessen Ehrenvorsitzender treu zu bleiben. 

Das Delmenhorster Kreisblatt hat Helmut Steinert's ehrenamtliches Wirken anlässlich seines 75. Geburtstages mit einem Bericht  in der Zeitungsbeilage "Von Hus un Heimat" gewürdigt.

 

 

02.   Werner Bierek

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    Hauptmann a.D. Werner Bierek
                                         Foto: privat   
  

Als "Mister Standortkameradschaft" gelangte Werner Bierek in Delmenhorst zu Namen und Wertschätzung.
Der tatkräftige, kontaktfreudige Unteroffizier und spätere Offizier des militärfachlichen Dienstes hat sich über Jahrzehnte mit Herzblut für die Interessen der am Standort Dienst leistenden und mit ihren Familen wohnhaft gewordenen Soldaten eingesetzt. Dabei konnte er manche Erfolge erzielen, die während der Zeit des Geschehens durchaus bemerkenswert waren. 
Als Interessenvertreter für seine Bundeswehr-Klientel brachte er sich auch in das politische und
gesellschaftliche Leben vor Ort ein und leistete so einen wertvollen Beitrag für die Integration des Militärs in die Bevölkerung der Garnisonsstadt. 
Unter Biereks insgesamt 25-jähriger Führung als deren Vorsitzender zählte die Standortkameradschaft (StOKa) Delmenhorst im Deutschen Bundeswehrverband e.V. zu den vor Ort aktiven und öffentlich wahrnehmbaren Vereinen.
Bierek wurde am 18.09.1931 in Oberschlesien geboren, kam 1945 nach Delmenhorst und meldete sich 1956 freiwillig zur Bundeswehr. Kaum Soldat geworden, trat er bei dessen Gründung schon in den Deutschen Bundeswehrverband ein, für den er sich bis zu seinem Tod am 29.12.2001 als aktiver Mandatsträger engagierte. 
1996 gab er den StOKa-Vorsitz zum zweiten Mal ab, brachte sich danach aber weiterhin als Ehrenvorsitzender in die Verbandsarbeit ein.
Parallel dazu übernahm er die Präsidentschaft des Oldenburger Kameradenbunds im Kyffhäuserbund e.V..

Weitere Informationen zur Vita von Wernert Bierek finden Sie hier. Das Delmenhorster Kreisblatt berichtete über sein Ableben mit diesen Nachrufen.
Lesen Sie in dieser Dokumentation auch unter den "Militärnahen Vereinen" den Beitrag zur StOKa Delmenhorst 

 

 

03. Wolfgang Jondral

Stabsfeldwebel a.D. Wolfgang Jondral

  (Ausschnitt aus dk-Foto v. Andreas Nistler)

Geboren am 08.12.1938 in Bischofsburg/Ostpreußen trat er am 16.03.1957 in die Bundeswehr ein.
Mit der Stationierung des Panzergrenadierbataillons 312 ab 02.11.1959 in Delmenhorst gehörte er somit zu dessen Soldaten der ersten Stunde im Standort.
Ab September 1971 führte er in der Dienststellung Kompaniefeldwebel (Spieß) der 1. Kompanie das Unteroffizierkorps und engagierte sich ab 1973 auch zunehmend ehrenamtlich. So u.a. als Elternsprecher im Schulzentrum-West bis 1983, als Schriftführer im Gemeinderat der kath. Militär-seelsorge (1977-1981).
Mit dem Dienstgrad Stabsfeldwebel endete am 31.03.1992 seine aktive Dienstzeit.
Ab1992 übernahm er Aufgaben als Mitglied/Funktioner im "Verband der Reservisten der Bundeswehr".
2003 begann die aktive und über 2014 andauernde Mitarbeit im "Verband  Deutsche Kriegsgräberfürsorge" im In-und Ausland, die Zugehörigkeit zum "Kontaktkreis" der Stadt Delmenhorst zur Bundeswehr und die Tätigkeit als Leiter der Organisation für die jährlichen Arbeiteinsätze an Gedenkstätten/Mahnmalen im Standort. (s.a. Bericht des Delmenhorster Kreisblatts)
2004 war Jondral Gründungsmitglied der Betreuungseinrichtung der Offiziere und Unteroffiziere "Gemeinsame Heimgesellschaft Delmenhorst (GHD)"- und von da an durchgehend (auch nach 2015 noch) deren gewählter Vertreter für alle ehemaligen Sldaten/Beamten/Angestellten.
Ab 2008 organisierte und führte er für aktive Soldaten und Reservisten Besuche beim niedersächsischen Landtag und für Offiziere/Unteroffiziere mehrtägige Exkurse in die Bundeshauptstadt durch.
Sein ehrenamtlicher Einsatz wurde u.a. am 28.11.1988 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (28.02.1985), dem Ehrenkreuz des österreichischen Schwarzen Kreuzes (Sept. 2003), der Landesmedaille der Landesgruppe Niedersachsen im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (23.09.2011) sowie der Spinoza-Medaille des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (29.10.2011) gewürdigt.
Am 17.01.2014 wurde er mit der Brigademedaille der Logistikbrigade 1 ausgezeichnet und am 30.01.2014 würdigte die Stadt Delmenhorst seine besonderen Verdienste im Ehrenamt

 

 

04.  Anke v.Wittke- Grothenn

 
             Anke v.Wittke-Grothenn 
                                     
Foto: Stadt Delmenhorst

Am 18.09.1951 mit dem Namen Anke Benien in Bremen geboren, kam die gelernte Kauffrau als Ehefrau des Luftwaffen-Flugabwehrraketen-Offiziers  Axel v. Wittke nach Delmenhorst, wo ihr Mann jedoch bald nach schwerer Krankheit verstarb. Politisches Interesse führte die junge Frau zur CDU, der sie in 1977 als Mitglied beitrat. Nach dem Tod ihres Mannes engagierte sie sich am Standort auch aktiv in ihrer Partei,   anfangs in der Frauen-Union -  bald danach gleichfalls in der Kommunalpolitik. Bei der Kommunalwahl 1981 errang sie zum ersten Mal ein Mandat für den Delmenhorster Stadtrat.  In zweiter Ehe heiratete Anke v.Wittke zwei Jahre später den Kaufmann Heinz Grothenn, der zuvor zwölf Jahre als Offizier auf Zeit beim Heer gedient hatte.  Den Familiennamen aus erster Ehe ließ sie danach ihrem neuen Familiennamen Grothenn voranstellen und so zum Doppelnamen "v.Wittke-Grothenn" verbinden.  Nach einer "Babypause" ab 1986 trat sie bei der Kommunalwahl 1991 erneut erfolgreich für den Stadtrat an, um ihm dann für drei Ratsperioden durchgehend anzugehören. Von November 1996 bis Oktober 2006 war sie für die CDU-Fraktion dabei als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Delmenhorst tätig.  Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit waren die Frauen-, Familien-, Planungs- und Verkehrspolitik. Anke v.Wittke-Grothenn war Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Familienfragen (5 Jahre lang) und des Planungs- und Verkehrsausschusses (2 Jahre lang).  Von Januar 2004 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Stadtrat im Oktober 2006 saß sie dem Ausschuss für Planen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Verkehr vor.
In Würdigung ihres langjährigen Ratsmandats wurde sie im Dezember 2006 zur "Ehrenratsfrau" ernannt.
Anke v.Wittke-Grothenn engagierte sich vielfältig für das Wohl ihrer Mitmenschen - so auch durchgehend bleibend in der Frauen-Union.
Die Einbindung der Bundeswehr, sowie der Soldaten und deren Familien in die Gesellschaft der Stadt Delmenhorst waren ihr ein besonderes Anliegen. Gerne nahm sie als Bürgermeisterin Repräsentationsaufgaben der Ganisonsstadt gegenüber der Bundeswehr wahr,
Der Deutsche Bundeswehrverband hat Anke v.Wittke-Grothenn 2001 mit seiner bronzenen Verdienstnadel für ihr beherztes Engagement zugunsten der Delmenhorster Soldaten und deren Angehörigen geehrt. 

Von 2003 bis 2011 übernahm sie die Leitung des 1966 gegründeten „Kontaktkreises Bundeswehr“ - nach dem Ableben dessen Initiators, des früheren
Oberstadtdirektors Jürgen Mehrtens.
Auch am Aufbau und der Gründung des Delmenhorster Partnerschaftskreises Eberswalde war sie maßgeblich beteiligt. Und ebenso hat sie die Freundschaft zur
US-amerikanischen Stadt Toledo/Ohio mit begleitet. Anke v.Wittke-Grothenn verstarb am 24. Juni 2014 im Alter von 62 Jahren.

 

 

05. Ingeborg Behrens

      Ingeborg Behrens          Foto: privat

Die am 09.02.1925 in Delmenhorst geborene Ingeborg Behrens war seit dem 01.10.1958 als Verwaltungsangestellte bei der Standortverwaltung Delmenhorst beschäftigt. Bis zu ihrer Verrentung war sie in der Adelheider Kasernenanlage für viele Kommandeure des Instandsetzungsbataillon 510 sowie des Instandsetzungsbataillon 11 als Schreibkraft und Vorzimmerdame tätig. Daneben hat sie sich in mehreren sozialen Verbänden und Funktionen hohe Anerkennung erworben.
Im einzelnen:
 - seit 1958 Mitglied im Personalrat, zeitweise als Vorsitzende, ansonsten als Sprecherin und Schriftführerin in der Beamten- und Angestelltengruppe
 
 - seit 1974 Vertrauensperson der Schwerbehinderten

 - seit 1961 Mitglied des Bundeswehr-Sozialwerkes, ab 1973 in den Funktionen der Betreuerin und Schriftführerin.  Mit diesem Egagement erwarb sie die Verdienstnadel in Bronze des Sozialwerks.

 - Im "Jahr der Behinderten" 1981 stellte sie den Weltrekord im Dauermaschinenschreiben von 220 Stunden in 9 Tagen auf und spendete die Geld- und Sachspenden an die "Aktion Sorgenkind".

Ingeborg Behrens vollbrachte all diese Leistungen, obwohl sie selbst stark schwerbehindert war.
Am 10. Januar 1985 wurde ihr durch den Kommandeur des Instandsetzungsbataillon 11,  Oberstleutnant Dr. Uwe Rudolph, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Ingeborg Behrens verstarb am 26.08.1998 in Delmenhorst.

 

 

06. Wofgang Bendig

Wolfgang Bendig

 Ratsherr Wolfgang Bendig        Foto: CDU DEL

Wolfgang Bendig wurde am 28.01.1942 in Grünberg in Schlesien geboren. Die nach Kriegsende erlittene Vertreibung aus der Heimat sollte seinen Werdegang später beeinflussen, wie z.B. mit der Wahl des Soldatenberufes.
Als Offizier wurde er nach Delmenhorst versetzt, um zunächst Kompaniechef der 2./Instandsetzungsbataillon 110 zu werden. Major Bendig nahm am Standort Wohnsitz und führte seine Einheit mehrere Jahre. Im April 1986 wurde er in Adelheide als Technischer Stabsoffizier zum Beobachtungsbataillon 113 versetzt. Auf diesem Dienstposten verblieb er dann bis zum April 1990. Er wurde in dieser Zeit zum Oberstleutnant befördert. Danach sei er zu einem Entwicklungsprojekt nach Kenia entsandt worden, wie sich ein damaliger Kamerad erinnert. Bendigs weiterer Verbleib ist hingegen nicht bekannt.
Als CDU-Mitglied brachte er sich in die örtliche Parteiarbeit ein und kandidierte 1976 erfolgreich für den Stadtrat. Während seiner ersten Ratsperiode vom 18.10.1976 bis zum 26.09.1981 gehörte Bendig folgenden Ausschüssen an: Schul-Ausschuss, Krankenhaus- und Gesundheits-Ausschuss, Stadtwerke-Ausschuss, baubegleitende Kommission für den Bau von Schulzentren.
Am 27.09.1981 wurde er als Ratsherr wiedergewählt. Während des neuen Mandatszeitraums verblieb er im  Krankenhaus- und Gesundheits-Ausschuss, sowie im Schul-Ausschuss und Stadtwerke-Ausschuss. Daneben übernahm er mit besonderem Engagement den Vorsitz im Flüchtlings-Ausschuss.
Nach erneuter Wiederwahl begann Bendig am 05.10.1986 seine dritte Ratsperiode unter Beibehaltung des  Vorsitzes im Flüchtlings-Ausschuss, wie er auch dem Schul-Ausschuss und dem Stadtwerke-Ausschuss weiterhin angehörte.
Am 06.09.1990 schied Ratsherr Wolfgang Bendig jedoch schon vor dem Ablaufen seines Mandats aus dem Stadtrat aus, vermutlich aus Gründen seiner Versetzung als Stabsoffizier an einen anderen Dienstort.
Neben seiner Ratstätigkeit setzte sich Bendig in Delmenhorst besonders für die Belange der hier ansässig gewordenen Vertriebenen ein, was mit der Berichterstattung aus dem Jahre 1988 über die Entfernung eines Stadtwappens aus dem Rathaus und ein dadurch ausgelöstes Ärgernis beindruckend belegt werden kann.
Quellen:
pers. Erinnerungen von Rolf Dieter Wienand, Chronik des CDU-Kreisverbandes Delmenhorst,
Rats- und Presseabteilung der Stadt Delmenhorst,  Delmenhorster Kreisblatt und Delmenhorster Kurier

 

 

07. Jürgen Grunewald   

 

j.grunewald

Reg. Amtmann a.D. J. Grunewald
                          
       Foto: privat

Jürgen Grunewald wurde 1939 in Stettin, Pommern, geboren. Die Vertreibung aus der Heimat führte die Familie 1946 nach Schwarme, damals Landkreis Grafschaft Hoya, und 1953 nach Delmenhorst. 1958 trat er als Zeitsoldat in die Flugabwehrtruppe der Luftwaffe ein mit Verwendungen in den USA und an mehreren norddeutschen Standorten. Nach dem Ablauf der Verpflichtungsdauer wechselte Grunewald 1964 zur Bundeswehrverwaltung in die Laufbahn des gehobenen Dienstes. Bei der Standortverwaltung Delmenhorst wurde er zum Regierungsinspektor ausgebildet.
Danach wurde er als Truppenverwaltungsbeamter beim Raketenartilleriebataillon 112 in Delmenhorst-Adelheide eingesetzt. 1971 folgte eine fünfjährige Auslandsverwendung in Washington D.C., USA. Zurück in Deutschland und nach kurzer Zwischenverwendung in Celle kam Grunewald als Leiter der Truppenverwaltung zum Panzergrenadierbataillon 312 nach Adelheide. Mit mehreren Wehrübungen als Verwaltungsoffizier erlangte er den Dienstgrad eines Hauptmanns der Reserve. 1982 wurde er Sachgebietsleiter I bei der Standortverwaltung. 1987 übernahm er die Aufgaben eines Sozialberaters, eine Tätigkeit, die ihm besonders zusagte, weil er in vielen Problemfällen Hilfe leisten konnte.
1997 wechselte Grunewald in den Ruhestand. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Abseits seines Berufs als Beamter der Bundeswehrverwaltung engagiert sich Jürgen Grunewald ehrenamtlich am Standort Delmenhorst. 1993 trat er dem WEISSEN RING bei, um Kriminalitätsopfern Hilfe und Beistand zu leiste, und  2001 stieg er zum Leiter der Delmenhorster Außenstelle des WEISSEN RINGS auf, um dieses Ehrenamt insgesamt fünfzehn Jahre lang zu bekleiden.
Ferner schlossen sich Jürgen Grunewald und seine Ehefrau Annegret der „St. Polykarpus-Gilde von 1454“ an, um sich der Pflege alten Delmenhorster Brauchtums zu widmen. Seit einigen Jahren fungiert Grunewald als Stellvertretender Gildemeister, während seine Frau dort als Schriftführerin ehrenamtlich tätig ist.

     

 

 

08. Hans Rainer Schiller

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Stabsfeldwebel a.D. Rainer Schiller
                                     Foto: privat

 

Rainer Schiller wurde 1943 in Bunzlau/Schlesien. geboren. Die Vertreibung aus der Heimat führte die Familie 1945
nach Delmenhorst. Nach seiner Heirat trat er 1965 als Wehrpflichtiger seinen Dienst in Schwanewede bei der Brigade 32 an. 1967 wurde er als Zeitsoldat nach Adelheide in die Feldwebel-Liliental-Kaserne zur AusbKp 2/11 versetzt. Er wurde im gleichen Jahr Vater eines Sohnes. 1975 erfolgte die Versetzung zum Panzergrenadierbataillon 312. Von 1982 bis 1993 versah er seinen Dienst als Truppen-Versorgungsbearbeiter. 1984 erhielt er das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber. Seine Restdienstzeit verbrachte er bis 1995 als MobFwGerät (Feldwebel für zur Mobilmachung vorgehaltenes Gerät) beim Beobachtungsartilleriebataillion 113 in der Barbara-Kaserne in Adelheide.
Ab 1983 wurde er mit der Traditionspflege der ehem. 290 ID und IR 65 betraut (Infanteriedivision und Infanterieregiment). Er organisierte die Bundestreffen beider Verbände und die Volkstrauertage in der Kaserne und pflegte die Militärgeschichtliche Sammlung. 1995 wurde er als Stabsfeldwebel in den Ruhestand versetzt und erhielt das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold.
Im Jahr 1992 übernahm er Vorstandsarbeit beim Landesfischereiverband Bremen e.V. und wurde 1996 zum Referenten für Naturschutz gewählt. Seit 1997 ist er ehrenamtlicher Präsident des Verbandes. 2016 war er mit seiner fünften Wahl der dienstälteste Landespräsident in Deutschland. In Berlin erhielt er 2012 in Anerkennung besonders hoher Verdienste um die Sportfischer die Silberne Ehrenmedaille des Bundesverbandes VDSF. Als Dozent an der VHS Delmenhorst schult er seit 2006 erfolgreich werdende Petrijünger für die Fischerprüfung. Er rief das Kinderangeln in den Sommerferien am Hasportsee ins Leben. Bis zu 100 Jugendliche können kostenfrei seit 2006 an dieser Aktion teilnehmen.
2010 wurde mit einer Senatsehrung in Bremen seine ehrenamtliche Arbeit gewürdigt.
2016 wurde ihm im Bremer Rathaus das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom Senatspräsident der Hansestadt Bremen verliehen. (Weser Kurier, Nordwest Zeitung
)

 

 

09. Ortwin Zielke 

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  Oberfeldwebel d.R. Ortwin Zielke
                     
      Foto: privat (Zielke)

 

 

Tradition ist mit der Geschichte untrennbar verbunden. Sie braucht u.a. Symbole, Zeichen und auch Figuren.
Eine solche Figur ist in Delmenhorst Jan Tut .
Dieser Name leitet sich ab vom Zigarrenmacher Johann Georg Christian von Seggern (30.06.1846 - 06.03.1931), der auch die Aufgaben des städtischen Nachtwächters wahrnahm und deshalb in der Stadt als Original galt. Mit seinem Horn musste er u.a. die Stunden ausblasen (Plattdeutsch: „tuten“). Zusammen mit der Kurzform seines Namens Johann entstand so der Spitzname „Jan Tut“ .

Einer seiner Nachfahren wurde der am 29.08.1937 in Bütow/Pommern geborene Ortwin Zielke, der am 06.10.2000 die Aufgaben dieser Traditionsfigur übernahm, von der er erstmalig 1959 hörte.
Ortwin Zielke wurde 1958 als Soldat auf Zeit (SaZ) zum Panzergrenadierbataillon 312 nach Delmenhorst versetzt. Diesem Verband gehörte er bis 1964 an, zuletzt als Materialnachweisfeldwebel. Seine Dienstzeit beendete er mit der Ausbildung zum Buchhalter. Diesen Beruf übte er bis zum Renteneintritt aus.
Sein Interesse für geschichtliche Abläufe/Zusammenhänge und sein daraus resultierendes Traditionsverständnis krönte er im März 2004 als Gründungsmitglied der „Deutschen Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren e.V.“

2015 feierte er in traditioneller Bekleidung und ausgerüstet mit Horn, Laterne und Hellebarde sein 15-jähriges Nachtwächterjubiläum als Gästeführer und Original in Delmenhorst.
Ihm zur Seite steht seine Ehefrau Ursula als historische Marktfrau Mett Sievers nach der Devise: "Uns gibt es nur im Doppelpack“!  

 

10. Henry Grimm

Henry Grimm   Reg. Amtmann a.D. Henry Grimm
                                        
Foto: privat

Henry Grimm wurde am 29.06.1934 in Kiel geboren und lebte bis zum 18. Lebensjahr auf dem Lande bei Bordesholm.
Am 15.10.1956 wurde er Soldat auf Zeit (SaZ) für 10 Jahre.
Mit der Stationierung des Panzergrenadierbataillons 312 in Adelheide 1959 kam er als Unteroffizier nach Delmenhorst. Er schloss sich alsbald dem Delmenhorster Turnverein (DTV) an. Vorrangig nahm er an Leichtathletik-Wettkämpfen teil.
Am Ende seiner Dienstzeit erwarb er die Fachhochschulreife und wurde nach dreijähriger Ausbildung und bestandener Laufbahnprüfung Beamter des gehobenen Dienstes in der Bundeswehrverwaltung.
In all den Jahren als Soldat und Beamter blieb er dem DTV treu.Neben seinen eigenen sportlichen Aktivitäten trainierte er Schülerinnen und Schüler im Bereich des Breiten- und Leistungssports.
Herausragende Ergebnisse zeigten von ihm geführte Sportlerinnen und Sportler 1974 bei Landesmeisterschaften und mit der Teilnahme an den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Bei der Durchführung diverser Sportveranstaltungen, wie z.B. den Volksläufen, „Lauf in den Mai“ und anderen Veranstaltungen bewies er organisatorisches Talent.
Im Vorstand des Stadtsportbunds organisierte er die Ausstellung „Sport in Delmenhorst“ und wiederholt Sportschauen in der Halle mit allen Sportvereinen.
Von 1969 bis 1978 organisierte er unter Führung der jeweiligen Standortältesten, darunter Oberstleutnant Helge Hansen (, der später als General noch Inspekteur des Heeres und danach Befehlhaber der NATO-Streitkräfte Europa-Mitte werden sollte,) Leichtathletik-Standortmeisterschaften und LA-Vergleichskämpfe zwischen Sportlern aus Delmenhorster Vereinen, Soldaten der Bundeswehr und in Delmenhorst stationierten US-Soldaten.
Abseits des Sports engagierte sich Henry Grimm im „Arbeitskreis Sauberes Delmenhorst“ und im „Seniorenbeirat“. Von 1990 bis 2014 organisierte er Gruppenfahrten für Senioren im gesamtdeutschen und im osteuropäischen Raum mit Unterstützung des Bw-Sozialwerks.
Im DTV baute er einen plattdeutschen Gesprächskreis mit Senioren auf.
2015 wurde Reg. Amtmann a.D. Henry Grimm mit dem „Seniorenpreis der Stadt Delmenhorst“ ausgezeichnet.