Heeres-Truppenteile in Delmenhorst         

 


Die politische Entscheidung, dass die Bundesrepublik Deutschland einen Verteidigungsbeitrag für das westliche Bündnis leisten soll, führte nach zähen und z.T. heftigen Verhandlungen und Auseinandersetzungen am 09. Mai 1955 zur Aufnahme in die NATO. Die Bundesrepublik verpflichtete sich vertraglich, zwölf Heeresdivisionen sowie Luftwaffen- und Marineverbände aufzustellen und der NATO zu assignieren. Die Gesamtstärke sollte bis zu 500000 Soldaten betragen.

Bis Ende 1956 wurden daraufhin die verfassungsmäßigen und wichtigsten gesetzlichen Grundlagen für den Aufbau der Bundeswehr geschaffen. Das Heer, als mit Abstand größte Teilstreitkraft, sollte ab 1956 unter schwierigsten personellen, materiellen, infrastrukturellen und organisatorischen Verhältnissen gleichzeitig zwölf Divisionskader aufstellen.

Infolge des Volksaufstandes in Ungarn (Okt./Nov. 1956), der durch sowj. Truppen niedergeschlagen wurde, drängte die NATO auf eine schnellere Verwirklichung des deutschen Verteidigungsbeitrages. Es wurde deshalb die vollständige Aufstellung von zunächst sieben Heeresdivisionen angeordnet.

Das Heer mit seinen unterschiedlichen Truppen- bzw. Waffengattungen und Dienststellen wurde in den ersten Jahren durch amerikanische Ausrüstung und Organisationsformen (Kampfgruppengliederung) geprägt.

Eine Heeresdivision setzt sich im Wesentlichen aus Kampf-, Kampfunterstützungs-, Versorgungs- und Führungstruppen zusammen.

Die Ost-West Konfrontation führte in den folgenden Jahrzehnten durch politische Entwicklungen und Einführung neuer und wirkungsvollerer Waffensysteme zu wechselnden Bedrohungszenarien, denen mit unterschiedlichen Maßnahmen begegnet wurde (u.a. Heeresstrukturänderungen).

Im Standort Delmenhorst wirkte sich diese Entwicklung durch Stationierung, Verlegung, Umbenennung, Umgliederung, Kaderung und Auflösung von Einheiten, Verbänden und Dienststellen z.T. sehr einschneidend aus. 

Nähere Informationen zu den Verbänden des Heeres und deren Untergliederungen, die sich in Delmenhorst befinden bzw. befanden, finden Sie in den nachgeordneten Beiträgen. 

 

 

Quellenangaben:

  1. Geschichte und Chronik 1986 "30 Jahre I. Korps"
           Hrsg.: KorpsKdo I. Korps. Redaktion: Hptm Axel Kullak
  2. Katalog MGFA 1985 "30 Jahre Bundeswehr" Friedenssicherung im Bündnis.
           Hrsg.: MGFA: Rainer Ditte u.a.
  3. Chronik 1984 "Die Elfte"- 25 Jahre 11. PzGrenDiv.
           Hrsg.: 11. PzGrenDiv in Verbindung mit der Oldenburgischen Landschaft.
  4. Artikel "50 Jahre Bundeswehr" aus Politik und Zeitgeschichte
           von Bernhard Fleckenstein 18.05.2005.
  5. Eine Stadtchronik 1945-1975 "Drei Jahrzehnte in Delmenhorst".
           Verantwortlich: Werner Garbas/Liesel Wittenberg 1993.
  6. Eine Stadtchronik "Die Jahre 1976-1990 in Delmenhorst".
           3Verantwortlich: Werner Garbas/Liesel Wittenberg 2001. 

 

 

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