4./Nachschubbataillon Sonderwaffen 120


Auftrag der Kompanie

Die 4./NschBtl SW 120 versorgt die Raketenartilleriebataillone des I. Korps mit Raketenmotoren der Waffensysteme HONEST JOHN und SERGEANT und führte Instandsetzungsarbeiten daran durch. Für den Auftrag war die Kompanie mit den notwendigen Spezialfahrzeugen und Werkzeugen ausgerüstet.

Die Rakete des Waffensystems HONEST JOHN ist ein während des Fluges nicht lenkbarer Flugkörper mit Feststofftriebwerk und einer Reichweite von 60 km. Die Rakete des Waffensystems SERGEANT ist ein während des Fluges durch einen Computer gelenkter Flugkörper mit ebenfalls Feststofftriebwerk und einer Reichweite von ca. 120 km.

Geschichte der Kompanie

Die Kompanie wird am 18.11.1963 durch Teilung des 1./VersBtl. (FK) 160 in der Boelcke-Kaserne (heute Feldwebel-Lilienthal-Kaserne) aufgestellt. Sie bekommt den Namen 4./VersBtl. (FK) 160. Am 19.12.1965 wird sie umbenannt in 4./Technisches Bataillon Sonderwaffen 160. Im September 1968 verlegt die Kompanie in die Caspari-Kaserne und wird dort einzige Heereseinheit unter den Luftwaffenverbänden. Neben dem Routine-Dienst hat die Kompanie herausragende Ereignisse. Diese sind die Abstellung von Personal und Material zu dem Raketenschießen MINOTAURUS auf Kreta und große Transportvorhaben, die an alle Grenzen der Bundesrepublik Deutschland und sogar ins Ausland, bis nach Belgien führen.

Am 19.12.1975 verlässt aufgrund der Neukonzeption der Technischen Truppe die Kompanie das Technische Bataillon Sonderwaffen 160 und kommt zum Nachschubbataillon Sonderwaffen 120, dessen Bataillonsstab in Werlte liegt. Damit wird auch die Neugliederung der Kompanie abgeschlossen, die die neue Organisationsform mit sich gebracht hat.

Waffensystem / Versorgung

Zur Ausrüstung der Kompanie gehören auch Schwertransporter, um die Raketenmotoren zu transportieren. Insbesondere für das Waffensystem SERGANT gibt es Spezialanhänger, die sich nur zur Aufnahme von Raketenmotoren dieses Waffensystems eignen. Zur Instandsetzung ist die Kompanie mit Messgeräten und Werkzeugen ausgerüstet, die es gestatteten, alle elektrischen Messungen und Instandsetzungsarbeiten bis zur Materialerhaltungsstufe 4 an diesen Raketen durchzuführen.

Ausbildung

Um die Hauptfunktionen der Kompanie besetzen zu können, ist es notwendig, in zwei grundsätzlichen Richtungen auszubilden. Dieses ist zum einen die Ausbildungsrichtung Transport und Umschlag und zum anderen die Ausbildung zum Raketenmunitionsunteroffizier und zum Feuerwerker. Dabei ist besonders die Ausbildung zum Feuerwerker sehr aufwendig, denn sie dauert über ein Jahr.

Ausblick

Die Waffensysteme HONEST JOHN und SERGEANT stammen aus der ersten Generation der in der Bundeswehr eingeführten Geräte. Um den Forderungen der 1980er Jahre gerecht zu werden, werden die Raketenartilleriebataillone SERGANT des Heeres auf das Waffensystem LANCE umgerüstet. Das bringt wiederum Veränderungen in Ausrüstung und personeller Zusammensetzung der Kompanie mit sich. Ein positiver Aspekt für die betroffenen Soldaten dabei ist, dass die zukünftigen Raketenmunitionswarte und Raketenmunitionsunteroffiziere an der AMMUNITION-SCHOOL in England ausgebildet wurden. Weiterhin lässt sich absehen, dass auch das Waffensystem HONEST JOHN aus dem aktiven Dienst in der Truppe herausgezogen und durch ein moderneres, zeitgerechteres ersetzt werden sollte.

Auflösung

Die 4. Kompanie wird 1980 aufgelöst. Teile der Kompanie werden in die 2. und 3. Kompanie des Bataillons integriert. Der Kader der am 1. Oktober 1980 in der Caspari-Kaserne aufgestellten Nachschubausbildungskompanie 15/I besteht u.a. aus Personal der Kompanie.

 

Quellen:

  • Chronik der Standortverwaltung Delmenhorst
  • Zeitzeugenberichte

 

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